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Fictional Ruins

5. Kernmodul B. Architektur

Worum geht es?

Wir beschäftigen uns dieses Semester mit dem Umbau von Bestandsgebäuden. Genauer gesagt mit einem Komplex im Nordosten Gothas in Thüringen. Dieser setzt sich aus verschiedenen Gebäuden wie Autowerkstätten und Fachwerkhäusern zusammen. Früher war dort viel los. Es gab zwischenzeitlich unter anderem einen Betrieb mit ca. 40 MitarbeiterInnen, eine Kegelbahn und Wohnungen. Heute möchte der Besitzer die mittlerweile heruntergekommenen und zum Teil leerstehenden Gebäude verkaufen. Als Kurs möchten wir diesen unauffälligen Bestand verstehen und seine Qualitäten durch architektonische Eingriffe in einen neuen Kontext bringen.



Wer sind wir?

Wir sind Fabi und Konrad, studieren beide Architektur im Bachelor und sind im 7. Semester. Wir hatten bisher in unserem Studium unterschiedliche Schwerpunkte und wollten uns dieses Semester gerne mit dem Bauen im Bestand auseinandersetzen. Außerdem kommen wir beide aus Auslandsjahren in Athen und Glasgow zurück, wo wir die Möglichkeit hatten frei zu arbeiten. Da wir beide das Gefühl hatten, dass dieses Projekt auch einen freieren Ansatz zulässt, haben wir uns dafür entschieden. In diesem Semester wollen wir bewusst auch unsere Interessen außerhalb der Architektur einfließen lassen, zum Beispiel aus Film, Fotografie oder Bühnenbild und diese als Inspiration nutzen.

Das erste mal vor Ort

In der ersten Woche des Kurses sind wir mit einer Exkursion nach Gotha gestartet, um den Bestand direkt vor Ort kennenzulernen.  Wir konnten die Gebäude sowohl von außen als auch von innen besichtigen und sollten sie aufmessen.  Da der Gebäudekomplex ziemlich groß ist, war es etwas stressig, alles in nur wenigen Stunden zu schaffen. Dafür wurden für jedes Gebäudeteil zufällige Gruppen eingeteilt, die ihr Gebäude für die nächste Woche digital zeichnen und präsentieren sollten. 



Eindrücke von außen

Von der Straße sieht man ein Wohnhaus aus den 20ern

Konrad beim Aufmessen

Die Gebäude arrangieren sich um einen Hof

Ein Toilettenhaus für die ehemaligen MitarbeiterInnen

Ein Hinterhof, der jetzt als Abstellort dient

Die Fassaden sind simpel und unauffällig

Das blaue Tor führt zur Autowerkstatt

... und von innen

Eine Autowerkstatt ist noch in Betrieb

Die zweite Werkstatt liegt direkt daneben

Sie wird als Reifenlager genutzt

Einige Gebäude sind beschädigt

Manche Innenräume sind uns besonders aufgefallen

Sie wirken wie eine Collage aus Tapeten und Texturen verschiedener Zeitschichten

Einer von vielen Abstellräumen

Durch Licht und Details entstehen viele schöne Situationen

Scheinbare Alltagsarchitekturen sind eigentlich komplexe Strukturen

Versteckte Dachräume haben etwas mystisches

In den ersten Wochen ging es nun vor allem darum, sich intensiv mit dem Bestand auseinanderzusetzen und dann eine Situation auszuwählen, die man persönlich spannend oder besonders interessant fand. Diese Situation sollte dann in einer Handzeichnung dargestellt werden. In der darauffolgenden Woche wurden die Zeichnungen dann in der Gruppe vorgestellt und besprochen.





Die Zeichnungen

Konrad

Fabi

Konrads Zeichnung

Ich habe mich mit den Gebäudeteilen C und D beschäftigt. Besonders spannend ist die Eingangssituation mit dem blauen Tor vor der Werkstatt, geprägt von markanten Stützen und Oberlichtern. Diese Qualität wird jedoch durch die später angebaute Mensa teilweise verdeckt. Die Zeichnung zeigt den Übergang von öffentlichen über halb-öffentliche hin zu privaten Bereichen und stellt die Frage, ob auch das Verborgene eine eigene Qualität haben kann.

Fabis Zeichnung

Am meisten aufgefallen sind mir die Gebäude H und G.  Haus G hat einen starken Wasserschaden, der sich wie ein Parasit durch alle Geschosse frisst. Beide Häuser haben außerdem eine merkwürdige Ansammlung von Texturen und Möbeln, die sich vermutlich durch häufige Nutzungswechsel und die daraus resultierenden Ansprüche gebildet hat.  In meiner Zeichnung gucke ich mir dabei Haus H genauer an. Interessant fand ich dabei vor allem die Texturen, aber auch den Weg zum Dachraum über eine Leiter.