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das leuchtschild



ein leuchtschild ist kein rein hübsches deko element, sondern nun mal ein objekt, dass für eine bestimmte funktion gebaut wurde. was leuchtet, signalisiert offenheit und wirkt aktiv und auch ansprechbar. jede abweichung, jede schieflage wird wahrgenommen, kommentiert, bewertet. das schild kann dem blick nicht entgehen.



solange es leuchtet, ist es nun mal sichtbar.



räumlich hängt das schild im pd-innenhof und tief im schatten der bauhaus-universität. es liegt in einer randzone aber soll jedoch gleichzeitig präsenz generieren. sichtbarkeit wird aktiv hergestellt, während der ort selbst weiterhin unauffällig bleiben soll.



gelbes licht auf gelber fassade wird von bestimmten als störung wahrgenommen.

„die fassade“ fordert stabilität, verlässlichkeit, kontrolle. das leuchtschild muss flexibel sein und sich gleichzeitig fügen. es wird auf- und abgehängt. denkmalschutz und kulturelles erbe setzen grenzen. während zurückhaltung eingefordert wird, steigt zugleich die erwartung an präsenz.



am bauhaus-büdchen erfüllt das leuchtschild die schnittstelle von funktion, kunst, design, raum und öffentlichkeitsarbeit. es trägt den namen des ortes, bespielt die fassade, dient als orientierungspunkt.



das schild ist das ergebnis von vielen prozessen und menschen. es ist eine collage aus einflüssen, erwartungen und tausenden wechselnden bedingungen, die durch ortswechsel, entscheidungen und umwegen geprägt wurden:



weimar, leipzig, weimar, potsdam, weimar.



es war messestandbeleuchtung, teil einer bühne, lichtinstallation, fassadenelement. teamarbeit ist und war die voraussetzung. es entstand eingebettet in abläufen, abhängigkeiten und anforderungen.



ein spiegelbild von bewegungen.









leuchtschilder folgen einer bereits klaren formsprache aus material, typografie und funktion. das alleinstellungsmerkmal bildet sich durch den dauerbetrieb und der ständigen beanspruchung. die polycarbonatplatte trägt diese macken und kratzer seines lebensweges. 



plotten, folieren, abziehen, anbringen, korrigieren, neujustieren.



die individualität formte sich da nicht als vorgeplantes ergebnis, welches „in vitro“ in sketchup digital geplant wurde. sondern als ergebnis von anpassungen an den ständigen spielregeln und situationen, die sich diesen laborbedingungen entzogen haben. die formsprache des schildes entstand im prozess. oft unter gewaltigen zeitdruck, keinem budget und dem anspruch, jederzeit allseits bereit einsatzbereit zu sein.



da brannte oft mal eine sicherung durch.

helvitica: das vanille unter den eissorten.



es gibt keinen menschen auf der welt, der noch nie diese schriftart irgendwo im öffentlichen raum gesehen hat, oder sie sogar selbst mal verwendete. diese typo ist so neutral, funktional, zuverlässig und nichtssagend, dass vermutlich niemand irgendwelche „hard feelings“ hegen könnte. dazu schreibt sich „trinkhalle“ klein. sei es als eine referenz zum historischen bauhaus-gedanken, oder bewusste zurückhaltung und strategie, nicht zu sehr aufzufallen.



 raum einnehmen aber bloß nicht zu viel raum einnehmen – keeping the image straight!



 solange es leuchtet, erfüllt das leuchtschild seine aufgabe:

das büdchen zu markieren und für aufmerksamkeit zu sorgen. Unter strom zu stehen ist kein ausnahmezustand, sondern dauerzustand eines objekts, das für präsenz konzipiert ist und dessen maßstab das funktionieren ist.