Willkommen zu meinem Projekttagebuch.
Ich studiere an der Bauhaus-Universität Weimar und nehme dieses Semester am Kurs „Robotic Tectonics III“ teil. In diesem Portfolio dokumentiere ich meine Reise, von den ersten manuellen Experimenten mit Holzklötzen bis hin zur Programmierung von Industrierobotern.
In diesem Semester beschäftigen wir uns im Kurs „Robotic Tectonics III“ mit modularen Bausystemen.
Das Ziel ist es, Industrieroboter zu nutzen, um komplexe Strukturen aus einfachen Standardelementen zu erschaffen. Dabei erforschen wir das Zusammenspiel von digitalen Daten und physischem Material. Die zentrale Frage lautet: Wie können wir einen Roboter so programmieren, dass er nicht nur stapelt, sondern architektonische Visionen präzise umsetzt?
Viel Spaß beim Entdecken!
Liebes Tagebuch, Wir begannen das Semester nicht mit High-Tech-Maschinen, sondern mit einer einfachen Plastikkiste voller MDF-Klötze.
Bevor wir den Roboter programmieren durften, mussten wir das Material verstehen. Mein Partner und ich saßen am Tisch und versuchten, eine Logik für das Stapeln zu finden. Wie man im Video sehen kann, bestand unser „Prozess“ hauptsächlich aus Versuch und Irrtum; Stapeln, Einstürzen und Lachen.
Es wurde schnell klar: Auf dem Computerbildschirm schweben die Blöcke perfekt. Im echten Leben rutschen und stürzen sie und gehorchen der Schwerkraft. Wenn wir sie nicht einmal von Hand stapeln konnten, ohne zu wackeln, wie sollten wir es dann einem Roboter beibringen?
Nach dem Chaos des ersten Tages versuchten wir, Ordnung zu finden. Wir bauten eine zylindrische Struktur, ähnlich einem Brunnen.
Das war unser Versuch, auf Nummer sicher zu gehen. Durch das Ineinandergreifen der Steine im Kreis hielt sich die Struktur von selbst stabil. Sie war stark, logisch und sicher. Aber war sie „ausdrucksstark“? Nicht wirklich. Es fühlte sich etwas zu simpel an für das, was wir erreichen wollten, aber es lehrte uns, dass Geometrie der Schlüssel zur Standfestigkeit ist.
Wir probierten auch vertikalere, komplexere Strukturen aus. Wir wollten wissen: Wie hoch können wir bauen, bevor die Reibung nicht mehr ausreicht?
Diese manuellen Tests waren entscheidend, um die Grenzen zwischen „theoretisch möglich“ und „praktisch machbar“ zu verstehen, bevor wir anfangen würden, Code zu schreiben.
Heute war ein Meilenstein. Zum ersten Mal verließen wir das manuelle Stapeln und betraten das Robotiklabor.
Wir haben noch nicht meinen Turm gebaut. Dies war eine Einführungsstunde, unser „Hello World“-Moment. Wir sahen zu, wie der Arm des Universal Robot erwachte, sich zu einer präzisen Koordinate bewegte, einen einzelnen Block griff und ihn absetzte.
Es sieht simpel aus, aber den Roboter mit dieser Stille und Präzision arbeiten zu sehen, veränderte alles. Das Gelächter und der chaotische Tisch vom 30. Oktober fühlten sich weit weg an. Jetzt ging es um Präzision.